Ende Oktober 1943 brach gegen 16 Uhr in der heutigen Markbegstraße ein Großbrand aus, dem neun Scheunen zum Opfer fielen. (Heutige Anwesen Bürgermeister/Schmitt in der Markbergstraße bis zum Anwesen Friedbert Reubelt in der Rhönstraße). Der bei der Familie Ludwig Reubelt zu landwirtschaftlicher Hilfe zugeteilte französische Kriegsgefangene bemerkte, bei Rückkehr vom Felde, den zwischen den damaligen Anwesen Freund/Deget (Markbergstraße) durch zündelnde Kinder ausgebrochenen Brand. Dem Feuer konnte erst in der Rhönstraße am Anwesen Kleinhenz Einhalt geboten werden. Da die Bevölkerung weitgehend zur Feldarbeit weilte, verging wertvolle Zeit bis erste Löschmaßnahmen begannen. Zeitzeugen berichteten, daß am Gemeindehaus durch einen Wall aus Mist das vom Mühlwasser durch die Rhönstraße eingeleitete Wasser zum Löschen verwendet wurde. Sämtliche Wehren aus der Umgebung mit ihren Handdruckspritzen, die Bevölkerung mit Eimerketten und die Wehren aus Bischofsheim und Bad Neustadt mit Motorspritzen bekämpften den Brand bis spät in die Nacht. Es muß ferner erwähnt werden, daß unter Leitung der wenigen, vom Kriege daheim verbliebenen Ortsbürgern, australische Kriegsgefangene maßgeblich zur Brandbekämpfung beigetragen hatten. Die Nachlöscharbeiten dauerten noch eine Woche nach. Diese Katastrophe bewog schließlich 1944 den Gemeinderat zur Anschaffung einer modernen Motorspritze (DKW, 2 Zylinder) incl. Anhänger TSA. Die Spritze war die erste dieser Art im Umkreis. In den letzten Kriegsjahren waren alle wehrtüchtigen Männer, somit alle aktiven Wehrleute eingerückt. Die Feuerwehr setzte sich so nur aus älteren Bürgern und Jugendlichen zusammen. Mitunter fanden gelegentlich Übungen statt.
Im Kriege wurde ein Wehrführer bestimmt. Es ist zu lesen, daß zum Obertruppführer Ludwig Kiesel, Truppführer Ludwig Schmalz, Valentin Reubelt und Martin Baumbach, Hornist Ludwig und Lukas Zirkelbach, Sanitäter Alois Zirkelbach und Spritzenmeister Heinrich Arnold benannt waren. Einige davon waren Soldaten, die am Markberg den Flugüberwachungsdienst leisteten. Die Zahl der aktiven Wehrleute sank durch die umfassenden Einberufungen zum Kriegsdienst immer mehr, do daß nur wenige Dorfbewohner zur Brandbekämpfung zu Verfügung standen. Von einem ordentlichen Betrieb konnte nicht mehr die Rede sein.
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